Rotes Kreuz Krankenhaus
Eine Fassade wird Teil des Ortes.
Das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen nahm sein 150-jähriges Bestehen zum Anlass, der rund 270 Quadratmeter großen Fassade am Forum K eine neue Rolle zu geben. Der bislang rein funktional wirkende Gebäudeteil ließ die öffentliche Bedeutung des Hauses kaum erkennen.
Ausgehend von Fassadenraster, Wandlänge, Vegetation und angrenzendem Park entwickelte und realisierte supergraphic ein großformatiges System aus Farbe und Geometrie.
So wird die Bestandsfassade zum öffentlichen Bild des Ortes – und zum sichtbaren Teil der Identität des Krankenhauses.
Kunde
Ort
Jahr
Kategorie
Fläche
Rotes Kreuz Krankenhaus
Bremen
2026
Spatial Graphics
270 m²
Über das Projekt
Vom funktionalen Gebäudeteil zum öffentlichen Bild des Ortes
Das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen nahm sein 150-jähriges Bestehen zum Anlass, die rund 270 Quadratmeter große Bestandsfassade am Forum K neu zu denken. Der langgestreckte Gebäudeteil war in die Jahre gekommen und durch wiederkehrende Tags geprägt.
Als überwiegend funktionale Fassade blieb er in der öffentlichen Wahrnehmung hinter der Bedeutung des Krankenhauses zurück. Gesucht war deshalb keine kurzfristige Jubiläumsdekoration. Die Fassade sollte dauerhaft aufgewertet, wieder in das Gebäudeensemble eingebunden und zu einem sichtbaren Teil der Identität des RKK werden.
Ein Ort zwischen Stadt und Park
Das Forum K liegt an einer besonderen Schnittstelle: zwischen der Ankunft aus Richtung Buntentorsteinweg und dem öffentlichen Grünraum an der Piepe. Mit dem Bau des Forum K wurden die Zugänge des Krankenhauses neu geordnet. Gleichzeitig entstand ein öffentlicher Weg entlang des Wassers zum Café K.
Die gestaltete Fassade ist daher keine abgeschlossene Rückseite. Sie begleitet die Bewegung zwischen Straße, Krankenhaus, Park und Uferweg. Hier begegnen sich unterschiedliche Öffentlichkeiten: Patient und Angehörige, Mitarbeitende und Ärzt, Gäste des Tagungszentrums sowie Menschen aus der Nachbarschaft, die das Café oder den Weg an der Piepe nutzen.
Das K als visuelle Adresse
Die Gestaltung reagiert auf die zwei unterschiedlichen Seiten des Ortes. Auf der straßenseitigen Stirnseite wurde das aus dem Logo abgeleitete „K“ aufgenommen und in den Maßstab der Architektur übersetzt. Es empfängt Besucher, die sich dem Gebäude aus Richtung Buntentorsteinweg nähern, und bildet den Auftakt der gesamten Komposition.
Dabei funktioniert das K nicht wie ein nachträglich angebrachtes Logo. Es wird selbst zum räumlichen Zeichen: in die Farbflächen eingebunden, mit der Architektur verbunden und aus unterschiedlichen Entfernungen klar erkennbar. Von der Stirnseite führt die Grafik in die langgestreckte Parkfassade. Aus einem einzelnen Markenelement entwickelt sich so ein System, das den gesamten Gebäudeteil erfasst.
Ein System für 270 Quadratmeter
supergraphic entwickelte ein großformatiges Vokabular aus Bögen, Diagonalen und blockhaften Farbfeldern. Ausgangspunkte waren das horizontale Fassadenraster, die außergewöhnliche Länge der Wand und ihre Wahrnehmung beim Vorbeigehen. Die Komposition folgt keinem gleichmäßigen Muster. Im Bereich der vorhandenen Kennzeichnung nimmt sie sich bewusst zurück und lässt dem Logo Raum. Zum Park hin werden die Formen größer, greifen ineinander und verdichten sich.
Dadurch entsteht kein einzelnes, ausschließlich frontal gedachtes Motiv. Die Gestaltung entwickelt sich als räumliche Sequenz: Mit jedem Schritt verändern sich Ausschnitt, Überlagerung und Verhältnis der Farben. Aus der Distanz verbinden sich die einzelnen Felder zu einer klaren Gesamtbewegung. Aus der Nähe bleiben Fassadenraster, Fugen, Materialität und präzise Farbkanten sichtbar. Die Architektur verschwindet nicht hinter der Grafik, sondern wird zu ihrem konstruktiven Gerüst.
Farbe aus Marke und Architektur
Auch die Farbigkeit wurde aus dem Ort heraus entwickelt. Rot und Gelb greifen zentrale Farben aus dem Corporate Design des RKK auf. Gleichzeitig finden sich beide Farbtöne bereits in Details des bestehenden Gebäudes wieder – besonders in den farbigen Elementen an den Fenstern.
Weitere Blau-, Rosa-, Grün- und Beigetöne sowie große schwarze Flächen erweitern diese Ausgangspalette. So entsteht keine reine Markenanwendung, sondern ein eigenständiges räumliches Bild. Die Farben strukturieren die lange Fassade, markieren Übergänge und erzeugen unterschiedliche Rhythmen. Zugleich stellen sie eine sichtbare Verbindung zwischen Corporate Design, Bestandsarchitektur und neuer Intervention her.
Architektur und Vegetation
Die angrenzende Vegetation bildet eine wechselnde zweite Ebene der Gestaltung. Baumstämme, Äste und Blätter verdecken einzelne Ausschnitte. Licht und Schatten wandern im Tagesverlauf über die geometrischen Felder. Der präzisen Ordnung der Grafik steht damit die unregelmäßige Bewegung der Natur gegenüber.
Abhängig von Blickwinkel, Tageszeit und Jahreszeit erscheint die Fassade immer wieder anders. Sie wird nicht als isolierte Bildfläche wahrgenommen, sondern als Teil des Parks und seiner Atmosphäre.
Präzision im großen Maßstab
Vor der Umsetzung wurde die bestehende Fassadenbekleidung technisch vorbereitet. Eine zweikomponentige 2K-Grundierung schuf die Grundlage für einen dauerhaft haftenden Farbauftrag. Anschließend wurden die Konturen vor Ort eingemessen, auf die Fassade übertragen, abgeklebt und in mehreren Arbeitsschritten ausgeführt.
Besondere Präzision verlangten die großen Bögen und zusammenhängenden Formen. Sie verlaufen über zahlreiche Fassadenplatten und horizontale Fugen. Während der Ausführung waren sie immer nur abschnittsweise sichtbar, mussten über die gesamte Fläche hinweg aber geometrisch geschlossen bleiben.
Schon kleine Abweichungen hätten sich über die Länge der Wand fortgesetzt und wären besonders aus der Distanz erkennbar geworden. Maße, Anschlüsse und Übergänge wurden deshalb während der Umsetzung kontinuierlich überprüft. Innerhalb von 14 Tagen realisierte ein sechsköpfiges Team die rund 270 Quadratmeter große Fassadengestaltung.
Eine neue öffentliche Wahrnehmung
Das Forum K verbindet Ärztehaus, Facharztpraxen, Patientenaufnahme, Terminambulanz, Notaufnahme, Diagnostik, Physiotherapie und Tagungszentrum. Das RKK behandelt jährlich mehr als 37.000 Patient und beschäftigt über 800 Mitarbeitende. Gemeinsam mit Angehörigen, Gästen, Nachbar und Spaziergänger entsteht rund um das Gebäude eine breite alltägliche Öffentlichkeit. Die neue Fassade gibt dieser stark frequentierten Schnittstelle ein sichtbares Gesicht.
Von der Straße aus schafft das K eine klare Adresse. Entlang des Parks wird die Grafik zum Begleiter des Weges und zum Teil des Grünraums. Das Projekt führt zugleich eine kulturelle Haltung des Krankenhauses weiter. Seit vielen Jahren zeigt und sammelt das RKK regionale Kunst und macht sie im Café K für Patient, Mitarbeitende und die Nachbarschaft zugänglich. Mit der Fassadengestaltung wird diese Offenheit aus dem Gebäude heraus in den öffentlichen Raum getragen.
So verändert die Gestaltung nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch die Rolle des Gebäudes: Aus einer funktionalen Bestandsfassade wird ein öffentliches Bild des Ortes – zwischen Markenidentität, Architektur, Park und Stadtraum.
Ein System für drei Fassadenflächen.
Die Gestaltung folgt keinem wiederholten Muster, sondern einem räumlichen Kompositionsprinzip. Große Bögen, Flächen und Linien reagieren auf das Fassadenraster, die Proportionen des Gebäudes und wechselnde Blickrichtungen.
Auf der langen Parkseite verdichten sich die Formen nach rechts und entwickeln beim Vorbeigehen eine zunehmende Dynamik. Zum Logo hin nimmt sich die Komposition bewusst zurück. So können die drei Fassaden jeweils eigenständig wirken und zugleich als zusammenhängende Gestaltung gelesen werden.
An der Straßenseite wird das K aus dem Corporate Design zum großformatigen Zeichen. Es schafft Wiedererkennung, markiert den Ort und empfängt Besucher:innen bereits bei der Ankunft.
Prozess
Ausgangspunkt waren nicht einzelne Motive, sondern die Bedingungen des Ortes: Plattenraster und Fugen, Wandlänge, farbige Fensterakzente sowie die Ankunft von der Straße und die Bewegung durch den Park. Das grafische System überformt den Bestand nicht, sondern entwickelt sich aus seiner Struktur und macht ihn neu lesbar. und die Bewegung durch den Park. Aus diesen Parametern entstand eine Gestaltung, die den Bestand nicht überdeckt, sondern neu lesbar macht.
Die Visualisierungen testen Maßstab, Blickrichtungen und räumliche Wirkung bereits im Entwurf. Sie zeigen, wie sich die drei Fassadenflächen aus der Distanz zu einem zusammenhängenden Bild verbinden und wie Verdichtung, Proportion und Übergänge funktionieren.
Farbe und Material
Vor der Umsetzung wurde die bestehende Fassadenbekleidung mit Brillux 2K-Epoxi Varioprimer 865 in RAL 7035 Lichtgrau grundiert. Der zweikomponentige Haftgrund bereitete den Untergrund auf den folgenden Beschichtungsaufbau vor. Anschließend wurden die 13 Farbtöne mit der seidenmatten Reinacrylat-Fassadenfarbe Brillux Evoshine 201 ausgeführt. Ihre rissüberbrückenden und verschmutzungsunempfindlichen Eigenschaften entsprechen den Anforderungen an die exponierte Außenfläche.
Die Konturen der Gestaltung wurden vor Ort eingemessen, auf die Fassade übertragen und abschnittsweise abgeklebt. Besondere Präzision verlangten die großen Bögen und zusammenhängenden Formen: Sie verlaufen über zahlreiche Fassadenplatten und horizontale Fugen und mussten über die gesamte Fläche hinweg geometrisch geschlossen bleiben.
Maße, Anschlüsse und Übergänge wurden deshalb während der Ausführung kontinuierlich überprüft.
Grundierung: Brillux 2K-Epoxi Varioprimer 865
Ausführung: zweikomponentiger Haftgrund
Grundierfarbe: RAL 7035 Lichtgrau
Fassadenfarbe: Brillux Evoshine 201
Bindemittel: 100 % Reinacrylat
Oberfläche: seidenmatt
Palette: 13 Farbtöne
Fläche: 270 m²
Eigenschaften: rissüberbrückend, verschmutzungsunempfindlich, fotokatalytisch
Umsetzung
Die vorhandene Fassadenbekleidung wurde zunächst mit einer 2K-Grundierung für den weiteren Beschichtungsaufbau vorbereitet. Anschließend wurden die Konturen vor Ort eingemessen, übertragen, abgeklebt und in mehreren Arbeitsschritten ausgeführt.
Besondere Präzision verlangten die großen Bögen und zusammenhängenden Formen. Sie verlaufen über zahlreiche Plattenfelder und horizontale Fugen und mussten über die gesamte Fläche geometrisch geschlossen bleiben.
Neben Farbe und Geometrie wurde auch die Abendwirkung der Fassade mitgedacht. Eine oberhalb der Gestaltung installierte Lichtleiste macht die Komposition nach Einbruch der Dunkelheit weiterhin lesbar. Dabei entsteht keine beleuchtete Werbefläche, sondern eine ruhigere zweite Wahrnehmung des Gebäudes.
Von Straße und Park aus bleibt die Fassade als Teil des Ensembles erkennbar und unterstützt die Orientierung rund um das Forum K.
Innerhalb von 14 Tagen setzte ein sechsköpfiges Team die rund 270 m² große Fassadengestaltung um.
Dorothee Weihe
Leiterin Unternehmenskommunikation
Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen gGmbH
Konzept und Gestaltung
Planung und Realisierung
Fotografie
Lichtinstallation
Beschichtungssystem
Jahr
supergraphic
supergraphic
Alexander Fanslau
Elektro Andy
Brillux
2026